Allgemeine Geschäftsbedingungen

1 Gegenstand und Grundlage der Tätigkeit

Die GVS Financial Solutions GmbH ist als Vermögensverwalterin tätig.
Der Gesellschaft ist die für die Ausübung ihrer Tätigkeit nach §64e und § 32 Kreditwesengesetz erforderliche Erlaubnis erteilt worden. 

2 Auftrag

Gegenstand des Auftrags ist der durch den Auftragnehmer (Vermögensverwalter) für den Auftraggeber (Anleger) durchgeführte Wertpapierhandel. Der Auftragnehmer ist dabei in seinen Entscheidungen im Rahmen der vom Kunden gewählten Anlageformen und der schriftlich getroffenen Zusatzvereinbarung frei. Sämtliche Entscheidungen werden vom Auftragnehmer nach bestem Wissen und mit dem ausschließlichen Ziel getätigt, die Anlage des Kunden im Rahmen der vom Kunden gewählten Anlageform zu verwalten und zu vermehren. Der Auftragnehmer muss jedoch zu keinem Zeitpunkt seine getroffenen Kauf- oder Verkaufsentscheidungen mit dem Auftraggeber abstimmen, ihm diese ankündigen oder diese im Nachhinein begründen. Es besteht weiter keine Verpflichtung zu einem bestimmten Investitionsgrad.

3 Konto-/Depotvollmacht

Der Auftraggeber erteilt dem Auftragnehmer eine Vollmacht, mit der der Auftragnehmer insbesondere bevollmächtigt wird, die betreffenden Wertpapiere anzukaufen bzw. wieder zu verkaufen und sämtlichen Schriftverkehr sowie Kontoauszüge, Rechnungsabschlüsse, Wertpapier-, Depot- und Ertragssaufstellungen sowie den Steuerabschluss entgegenzunehmen und anzuerkennen. Der Auftragnehmer ist allerdings weder zur Erteilung von Untervollmachten, noch zum Abschluss oder zur Änderung von Kreditverträgen berechtigt. Bei vorzeitigem Entzug der Vollmacht innerhalb eines Quartals haftet der Vollmachtgeber für etwaige Schäden/entgangene Honorare gegenüber dem Vermögensverwalter/Auftragnehmer.

4 Schriftformerfordernis für Willenserklärungen des Kunden

Willenserklärungen des Kunden gegenüber der GVS Financial Solutions GmbH bedürfen der Textform, sofern nichts anderes vereinbart ist.


5 Klarheit von Aufträgen

Aufträge jeder Art müssen ihren Inhalt zweifelsfrei erkennen lassen. Nicht eindeutig formulierte Aufträge können Rückfragen zur Folge haben, die zu Verzögerungen führen können. Vor allem hat der Kunde bei allen Aufträgen und Verfügungen auf die Richtigkeit und Vollständigkeit der angegebenen Depotnummer, Wertpapier-Kennnummer (WKN) und der Bankverbindung zu achten. Änderungen, Bestätigungen oder Wiederholungen von Aufträgen müssen als solche gekennzeichnet sein.


6 Bank

Die Vermögensverwaltung wird über ein Tagesgeld- oder ein (ausschließlich als Verrechnungskonto dienendes) Girokonto sowie ein Wertpapierdepot bei einer geeigneten deutschen Bank abgewickelt. Beide Konten werden vom Auftraggeber ausschließlich zu diesem Zweck eingerichtet und lauten auf dessen Namen. Eine Vermischung des Kapitals des Auftraggebers mit dem Kapital des Vermögensverwalters oder dem Kapital anderer Kunden ist somit ausgeschlossen. Die Vermögensverwaltung arbeitet vollkommen unabhängig von bestimmten Bankinstituten, empfiehlt dem Kunden aber eine Bank, der im betreffenden Wertpapierbereich geeignete Konditionen bietet.

7 Gewährleistungsansprüche

Eine Gewähr für den Inhalt von Prospekt- oder Vertragsunterlagen oder anderen Zeichnungsunterlagen sowie die im Zusammenhang mit der Vermittlung von Investmentfonds gegebenen Informationen kann die Gesellschaft sowie deren Geschäftsführer, soweit gesetzlich zulässig, nicht übernehmen; ebenso nicht für den wirtschaftlichen Erfolg der vermittelten Vermögensanlagen. Auch kann keine Gewähr aus einem besonderen Vertrauen in die Gesellschaft oder deren Gesellschafter oder Geschäftsführer hergeleitet werden. Der Kapitalanleger ist sich bewusst, dass mit jeder Vermögensanlage unkalkulierbare Risiken verbunden sind. Die Gesellschaft sowie die Geschäftsführer übernehmen keine Haftung für den Schaden, der aufgrund fahrlässiger Verletzung eines möglichen Vertrages bei dem Kapitalanleger entsteht. Dieser Haftungsausschluss erfasst auch daneben oder isoliert Schadenersatzansprüche aus gesetzlichen Schuldverhältnissen, insbesondere culpa in contrahendo und aus unerlaubter Handlung. Der Ausschluss bezieht sich auch auf die Haftung, die der Gesellschaft und deren Geschäftsführern aufgrund der Tätigkeit ihrer Mitarbeiter auferlegt wird. Im Übrigen haften die Gesellschaft und ihre Geschäftsführer nur für Vorsatz.

  

8 Wahl der Anlageform / Zusatzvereinbarungen

Der Auftragnehmer bietet unterschiedlich risikoreiche Anlageformen an. Unter Beachtung der jeweils erforderlichen Mindestsummen entscheidet sich der Auftragnehmer dann je nach persönlichen Anlagezielen und Risikobereitschaft zunächst für eine oder mehrere dieser Anlageformen. In der Regel wird dann für jede gewählte Anlageform getrennt jeweils ein Depot eingerichtet. Sämtliche Gewinne, Verluste, Zinserträge, Dividenden, Guthabenzinsen, Spesen und Bankgebühren werden dann direkt auf den einzelnen Depots verwaltet. Für die Höhe der Guthabenverzinsung, Bankgebühren etc. gelten jeweils die aktuellen Konditionen der gewählten Bank.

Innerhalb der einzelnen Anlageformen können zusätzliche Absprachen, z.B. über die zu wählende Anlagestrategie zwischen Auftragnehmer und Auftraggeber getroffen werden. Diese sind als Zusatzvereinbarung bei Auftragserteilung schriftlich zu fixieren.

Es wird davon ausgegangen, dass risikoärmere Anlagen den Depots ohne Rücksprache beigemischt werden können.


9 Starteinlage, Beginn der Vermögensverwaltung

Die Vermögensverwaltung beginnt, sobald der Vermögensverwaltungsauftrag durch den Auftragnehmer angenommen wurde und nachdem sämtliche Voraussetzungen für die Aufnahme der Vermögensverwaltung erfüllt sind, also insbesondere die Konten/Depots eingerichtet sind, die Vollmachten erteilt wurden, die Termingeschäftsfähigkeit (falls erforderlich) sowohl für den Auftraggeber als auch für den Auftragnehmer vorliegt, und nachdem die Einlagebeträge auf dem Tagesgeldkonto des Auftraggebers eingegangen sind.


10 Honorar

10a Gewinnbeteiligung und Managementfee der Vermögensverwaltung:

Die Vermögensverwaltungsgebühr laut Vermögensverwaltungsvertrag wird zu jedem Quartalsende fällig. Eine etwaige Performance-Fee wird jeweils per Jahresende fällig. Durch die Vereinbarung einer „high-water-mark“ (Perfomancemessung immer zum Jahresultimo) wird dem Investor nur auf „echte Gewinne“ eine Gewinnbeteiligung berechnet.

Mit dieser Gewinnbeteiligung sowie der Vermögensverwaltungsgebühr sind sämtliche Unkosten, die dem Auftragnehmer entstehen, vollständig abgegolten. Insbesondere sind dies sämtliche Kosten für Kontoeinrichtung, Informationsbeschaffung und Auswertung, Verwaltungskosten, Erstellung der Depotberichte, Korrespondenz mit den Banken etc.


10b Bankgebühren, fremde Spesen, Zinsen, Dividenden:

Sämtliche von den Banken direkt berechneten Gebühren, wie z. B. Kontoführungsgebühren, Depotgebühren, Stornogebühren, Clearinggebühren, Limitgebühren, Bankprovisionen bei Kauf und Verkauf von Wertpapieren sowie alle von der Bank in Rechnung gestellten fremden Spesen, wie z.B. Maklergebühren gehen immer zu Lasten des Verrechnungskontos des Auftraggebers

  

11 Bankmitteilungen, Quartalsberichte, Stichtage

Sämtliche von der Bank verschickten Mitteilungen, Auftragsbestätigungen, Abrechnungen und Depotauszüge gehen auf Wunsch direkt an die Adresse des Vermögensverwalters. Der Auftraggeber enthält vom Auftragnehmer einen schriftlichen Vermögensbericht (Quartalsbericht), aus dem der aktuelle Wert seines verwalteten Vermögens hervorgeht. Die Stichtage, für die die Quartalsberichte erstellt werden sind jeweils die letzten Arbeitstage der Monate März, Juni, September und Dezember. Grundlage der Abrechnung sind die zum Stichtag jeweiligen aktuellen Kassakurse der Wertpapiere.

  

12 Wiederanlage von Gewinnen

Sämtliche anfallende Gewinne, Zinsen und Dividenden stehen für die entsprechenden Anlageformen zur Reinvestition zur Verfügung.


13 Berechtigung zur Durchführung von eigenen Transaktionen des Auftraggebers

Sämtliche Transaktionen, die das Tagesgeldkonto und Wertpapierdepot betreffen, dürfen ausschließlich vom Auftragnehmer durchgeführt werden.

Sollte der Auftraggeber auch selbst Wertpapiertransaktionen tätigen wollen, so muss dies auf einem separaten Konto/Depot erfolgen. Ein Verstoß berechtigt den Auftragnehmer zur fristlosen Kündigung dieses Verwaltungsauftrages.

14 Aufstockung der Kapitaleinlage

Der Auftraggeber kann die Kapitaleinlagen seiner Depots jederzeit erhöhen, indem er den Betrag auf sein betreffendes Depot überweist und die Vermögensverwaltung umgehend davon unterrichtet. Die Einlagen müssen insgesamt mindestens 1000,- Euro oder ein Vielfaches davon betragen. Sofern nichts Gegenteiliges schriftlich vereinbart wird, wird stillschweigend davon ausgegangen, dass der zusätzliche Betrag in derselben Art und Weise von der Vermögensverwaltung eingesetzt werden soll, wie die bisherige Einlage auf diesem Depot.

Auf Wunsch des Auftraggebers kann auch eine monatliche Überweisung per Dauerauftrag auf das Tagesgeldkonto vereinbart oder die Übernahme von Wertpapierpositionen auf das zu verwaltende Depot vorgenommen werden.

15 Entnahmen

Um jeglichen Missbrauch auszuschließen, wird für jedes Depot ein Referenzkonto (in der Regel das Girokonto des Kunden) festgelegt. Kapitalentnahmen können dann ausschließlich zugunsten dieses Referenzkontos durchgeführt werden.

Eine Kapitalentnahme, getrennt für jede bestehende Anlageform, ist jederzeit möglich, sofern dadurch die Mindesteinlage nicht unterschritten wird. Grundsätzlich sollte der Auftragnehmer möglichst frühzeitig über Zeitpunkt und Höhe eines geplanten Kapitalabzugs unterrichtet werden, um seine Vorgehensweise darauf abstimmen zu können.

16 Verlustrisiken, Haftung, Garantie

Alle angebotenen Anlagestrategien der Vermögensverwaltung sind risikobehaftet. Durch die große Streuung und die verwendeten Anlageinstrumente muss trotzdem ein Depotverlauf mit Schwankungen in Kauf genommen werden. Da es sich also bei allen angebotenen Anlagestrategien bzw. Anlageinstrumenten zwar um unterschiedlich risikoreiche, allesamt jedoch um Anlageformen handelt, kann jederzeit auch ein größerer Verlust, im ungünstigsten Fall auch bis hin zu einem Totalverlust des eingesetzten Kapitals eintreten.

Der Kunde muss bereit und wirtschaftlich in der Lage sein, eventuell entstehende Verluste selbst zu tragen.

Der Vermögensverwalter haftet in keinem Fall für aus seiner Tätigkeit entstehende Schäden oder Verluste mit Ausnahme von Vorsatz und grober Fahrlässigkeit. Für alle erstellten Abrechnungen und Quartalsberichte wird dem Auftraggeber ein Einspruchsrecht von 30 Tagen eingeräumt.

 

17 Bestandsklausel

Sollte eine der vorstehenden Geschäftsbedingungen unwirksam sein, so wird die Wirksamkeit der übrigen Bedingungen dadurch nicht berührt. Die unwirksame Geschäftsbedingung ist durch eine ihrem wirtschaftlichen und rechtlichen Gehalt am nächsten kommende Geschäftsbedingung zu ersetzen.

  

18 Gerichtsstand

Als Gerichtsstand wird Offenbach am Main vereinbart.


19 Einlagensicherungshinweis

Die GVS Financial Solutions GmbH gehört der Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen (EdW), Postfach 04 03 47, 10062 Berlin an. Die EdW ist eine durch das Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz vom 16. Juli 1998 geschaffene Einrichtung zur Sicherung der Ansprüche von Anlegern, die im öffentlichen Auftrag die Entschädigung von Anlegern nach dem genannten Gesetz vornimmt und Verbindlichkeiten aus Wertpapiergeschäften bis zu 90 % ihres Wertes, maximal jedoch jeweils 20.000,00 EURO pro Gläubiger schützt. Der Entschädigungsanspruch besteht nicht, soweit Gelder nicht auf die Währung eines Staates des Europäischen Wirtschaftsraumes oder auf EURO lauten. Ansprüche auf Schadensersatz aus Beratungsfehlern sind nicht abgedeckt. Soweit die Entschädigungseinrichtung oder ein von ihr Beauftragter Zahlungen an einen Kunden leistet, gehen dessen Forderungen gegen die GVS Financial Solutions GmbH in entsprechender Höhe Zug um Zug auf die Entschädigungseinrichtung über. Entsprechendes gilt, wenn die Entschädigungseinrichtung die Zahlungen mangels Weisung eines Kunden auf ein Konto leitet, das zu seinen Gunsten eröffnet wird. Die GVS Financial Solutions GmbH ist befugt, der Entschädigungseinrichtung oder einem von ihr Beauftragten alle in diesem Zusammenhang erforderlichen Auskünfte zu erteilen und Unterlagen zur Verfügung zu stellen. Nicht geschützt sind Anleger wie beispielsweise Kreditinstitute und Finanzdienstleister, Versicherungsunternehmen, mittlere und große Kapitalgesellschaften sowie Unternehmen der öffentlichen Hand (vgl. hierzu § 3 des Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetzes).

GVS Financial Solutions GmbH, Robert-Bosch-Strasse 12a, 63303 Dreieich, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Offenbachs unter HR B 45464, gesetzlich vertreten durch den Geschäftsführer Guido vom Schemm.

 

Stand 01.10.2016