Viele Privatanleger starten mit großer Motivation an der Börse. Man möchte sparen, Vermögen aufbauen und langfristig von den Chancen der Kapitalmärkte profitieren. Doch oft kommt etwas dazwischen, das mit Zahlen und Fakten wenig zu tun hat: emotionale Entscheidungen. Angst und Gier sind die größten Feinde einer erfolgreichen Anlagestrategie – und sie führen immer wieder zu teuren Fehlern.
Der typische Fehler: Handeln im Affekt
In starken Kursrückgängen bestimmt häufig die Angst das Geschehen. Anleger fürchten, noch größere Verluste zu erleiden, und verkaufen in Panik ihre Wertpapiere. Das Problem: Solche Verkäufe passieren oft genau dann, wenn die Kurse bereits am Tiefpunkt sind.
Ein eindrückliches Beispiel war der März 2020. Infolge des Corona-Crashs fielen die Aktienmärkte innerhalb weniger Wochen dramatisch. Viele Privatanleger verkauften aus Sorge, ihr Kapital zu verlieren. Doch schon kurz darauf erholten sich die Märkte rasant – wer im Panikmodus verkauft hatte, realisierte unnötige Verluste und verpasste die schnelle Aufwärtsbewegung.
Umgekehrt wirkt in Phasen stark steigender Kurse die Gier. Anleger möchten dabei sein, „nichts verpassen“ und steigen oft zu spät ein – meist in der Nähe von Höchstständen. Die Folge sind enttäuschende Renditen, wenn die Kurse wieder nachgeben.
Quelle: Infront
Die Lösung: Emonionale Entscheidungen mit Strategie und Disziplin
Der Ausweg liegt nicht darin, Emotionen komplett zu unterdrücken – das ist kaum möglich. Viel wichtiger ist es, Strukturen zu schaffen, die Emotionen im Alltag weniger Einfluss geben. Für Privatanleger eignen sich dabei vor allem drei Grundregeln:
1. Langfristig denken:
Wer mit einem Anlagehorizont von 10, 20 oder mehr Jahren investiert, weiß: Zwischenzeitliche Rückschläge gehören dazu. Kurzfristige Schwankungen sollten nicht dazu führen, die Strategie zu ändern.
2. Feste Strategie festlegen:
Ein Sparplan auf breit gestreute ETFs oder ein konsequentes Buy-and-Hold-Prinzip geben Halt. Monatlich wird automatisch investiert – unabhängig von Nachrichten oder Kursschwankungen. So bleibt man investiert, wenn andere in Panik handeln.
3. Nicht im Stress handeln:
Wichtige Entscheidungen sollten nie im Eifer des Gefechts getroffen werden. Ein einfaches Prinzip: Wenn die Märkte stark schwanken, nicht sofort reagieren, sondern mindestens einen Tag Abstand gewinnen. Häufig zeigt sich, dass überstürzte Entscheidungen die schlechtesten sind.
Fazit: Emotionale Entscheidungen kontrollieren – Ziele erreichen
Gerade für Privatanleger ist es entscheidend, Emotionen an der Börse zu verstehen und in den Griff zu bekommen. Angst und Gier verleiten zu Käufen und Verkäufen zum falschen Zeitpunkt – mit hohen Kosten. Wer dagegen eine klare, langfristige Strategie verfolgt, spart sich unnötige Fehler, nutzt den Zinseszinseffekt und erhöht die Chancen, die eigenen Anlageziele sicher zu erreichen.
Börsenerfolg ist also weniger eine Frage der perfekten Marktvorhersage – sondern vor allem der Fähigkeit, die eigenen Emotionen zu kontrollieren.
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