Was sind eigentlich Cat-Bonds, und wie sind sie entstanden? Als der Hurrikan Andrew 1992 im US-Bundesstaat Florida wütete und Schäden von rund 17 Milliarden US-Dollar verursachte, rechneten die Versicherer nicht mit dieser immensen Summe – sie hatten nur etwa acht Milliarden Dollar eingeplant. Diese Lücke führte zur Geburt einer neuen Anlageklasse: Cat-Bonds (Katastrophenanleihen). Seit dem Jahr 1996 wiederum nutzt die Branche den Kapitalmarkt erfolgreich dazu, Versicherungsrisiken von Naturkatastrophen abzusichern. Und zwar mit wachsendem Erfolg, wie die steigenden Emissionsvolumina belegen.

Doch Cat-Bonds sind nicht nur für Versicherer interessant. Für Anleger bieten sie eine einzigartige Kombination aus attraktiven Renditen und geringer Korrelation zu anderen Anlageklassen. Wer in Cat-Bonds investiert, schlüpft in die Rolle des Rückversicherers, übernimmt klar definierte Naturkatastrophenrisiken und erhält im Gegenzug ein festes Einkommen plus eine attraktive Risikoprämie.

Cat-Bonds-Markt im Höhenflug: Rekordemissionen und wachsendes Volumen

Der Cat-Bond-Markt wächst rasant. Allein in der ersten Jahreshälfte 2026 erreichten die Emissionen von Cat-Bonds und versicherungsgebundenen Wertpapieren (ILS) 17,6 Milliarden US-Dollar – das zweitstärkste Halbjahr aller Zeiten. Das ausstehende Marktvolumen stieg bis Juni 2026 auf 65,6 Milliarden US-Dollar.

Zum Vergleich: Ende 2025 lag das Volumen der 144A-Cat-Bonds noch bei 57 Milliarden Dollar. Das Jahr 2025 war mit 24 Milliarden Dollar an Neuemissionen ohnehin ein Rekordjahr. Die Dynamik hält an – Morningstar DBRS beziffert das ausstehende Volumen auf 65,9 Milliarden Dollar bei Emissionen von 16,1 Milliarden im ersten Halbjahr 2026. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass das Gesamtjahr 2026 erneut die 20-Milliarden-Marke überschreiten könnte. Laut Artemis war das zweite Quartal 2026 mit über 11,3 Milliarden Dollar das stärkste Emissionsquartal aller Zeiten.

Neue Emittenten strömen in den Markt: Im ersten Halbjahr 2026 traten neun neue Sponsoren erstmals als Cat-Bond-Emittenten auf. Die Nachfrage der Anleger bleibt ungebrochen – Cat-Bonds wandeln sich zunehmend von einem Nischenprodukt zu einem etablierten Baustein institutioneller Portfolios.

Performance: Drei Jahre zweistellige Renditen bei Cat-Bonds

Die Zahlen sprechen für sich. Der Swiss Re Global Cat Bond Total Return Index, die wichtigste Benchmark für Katastrophenanleihen, erzielte 2025 eine Rendite von 11,4 Prozent – das dritte Jahr in Folge mit zweistelligen Kursgewinnen für Cat-Bonds. 2024 hatte der Index sogar 17,3 Prozent erreicht.

Seit Auflegung im Jahr 2004 beträgt die durchschnittliche jährliche Rendite von Cat-Bonds etwa sieben Prozent. Zum Vergleich: Der Bloomberg US Aggregate Bond Index kam 2025 nur auf 7,3 Prozent, während High-Yield-Anleihen bei 8,5 Prozent lagen. Cat-Bonds bieten damit aktienähnliche Renditen bei deutlich geringerer Volatilität.

Besonders bemerkenswert: die Widerstandsfähigkeit der Anlageklasse nach schweren Naturkatastrophen. Selbst nach Hurrikanen (wie Ian 2022) oder Erdbeben (Japan und Mexiko 2011) erholten sich die Kurse des breiten Markts innerhalb eines Jahres – und damit deutlich schneller als Aktienmärkte nach großen Rückschlägen. Seit 2021 lieferte der Swiss Re Cat Bond Index eine Gesamtrendite von 61 Prozent – mit nur einer nennenswerten Delle durch Hurrikan Ian im Herbst 2022.

catastrophe-bond-ils-risk-capital-issued-outstanding-by-year

Quelle: Artemis   

  

Fazit: Cat-Bonds als Diversifikationsbaustein im Portfolio

Cat-Bonds bieten Anlegern eine attraktive Kombination aus hohen Renditen und Diversifikation. Ihre geringe Korrelation zu Aktien und Anleihen macht sie zu einem wertvollen Baustein für jedes gut aufgestellte Portfolio. Die Risikoprämien sind weiterhin überdurchschnittlich.

Aufgrund ihrer speziellen Struktur sollten Katastrophenanleihen in der Anleiheseite eines Portfolios jedoch zwischen fünf und maximal zehn Prozent ausmachen. Die Anlageklasse eignet sich für mittel- bis langfristig orientierte Anleger, die das spezifische Risiko von Naturkatastrophen bewusst in Kauf nehmen und eine Übergewichtung im Anleihe-Portfolio nicht scheuen.

Katastrophenanleihen sind keine Spekulation auf Katastrophen – sie sind eine professionelle Risikotransformation, bei der Versicherer Schutz erhalten und Anleger dafür attraktiv entlohnt werden. In Zeiten schwankender Märkte und unsicherer Konjunkturaussichten gewinnt diese unkorrelierte Anlageklasse weiter an Bedeutung.

    Hier geht es zum Disclaimer.