Der Traum von hohen Renditen treibt viele Menschen an die Börse. Doch gerade Einsteiger begehen häufig einen klassischen Fehler: Sie konzentrieren ihr gesamtes Kapital auf nur wenige Titel oder Branchen mit mangelnder Diversifikation. Was auf den ersten Blick nach einer klaren Strategie aussieht, entpuppt sich in der Praxis oft als riskantes Spiel mit dem eigenen Vermögen.

Fehler: Klumpenrisiko durch zu geringe Streuung

Wer alles auf eine Karte setzt, lebt gefährlich. Ein Depot, das ausschließlich aus Technologieaktien besteht, mag in Boomphasen stark wachsen. Doch sobald der Sektor unter Druck gerät, drohen hohe Verluste. Dieses sogenannte Klumpenrisiko ist einer der größten Stolpersteine für Privatanleger.

Ein besonders drastisches Beispiel lieferte Wirecard im Jahr 2020: Nach Enthüllungen über gefälschte Bilanzen und dem anschließenden Zusammenbruch verloren Anleger ihr Geld praktisch über Nacht. Manche hatten ihr komplettes Depot in diese eine Aktie investiert – und damit fast ihr gesamtes Kapital vernichtet. Der Fall zeigt deutlich: Wer nicht streut, geht ein enormes Risiko ein.

 

Wirecard-Mangelnde-Diversifikation-Anlagefehler

Quelle: Infront

Lösung: Breite Diversifikation

Die wirksamste Methode, um Klumpenrisiken zu vermeiden, ist die konsequente Streuung der Geldanlage. Diversifikation bedeutet, das Kapital auf verschiedene Anlageklassen, Branchen und Regionen zu verteilen:

  • Anlageklassen: Aktien, Anleihen, Rohstoffe oder Immobilienwerte reagieren oft unterschiedlich auf wirtschaftliche Entwicklungen. Eine Mischung glättet Schwankungen.
  • Regionen: Märkte entwickeln sich nicht synchron. Während Europa stagniert, kann Asien boomen. Ein globales Portfolio mindert Abhängigkeiten.
  • Branchen: Technologie, Gesundheit, Industrie oder Konsumgüter unterliegen verschiedenen Trends und Zyklen.

Ein einfaches Hilfsmittel für private Anleger sind ETFs (Exchange Traded Funds). Diese Fonds bilden ganze Indizes wie den MSCI World oder den DAX nach und enthalten oft Hunderte von Einzeltiteln. Schon mit kleinen Beträgen lässt sich so eine breite Diversifikation aufbauen.

Fazit: Durch mangelnde Diversifikation niemals alles auf eine Karte setzen

Der Reiz hoher Gewinne durch wenige vermeintlich „sichere“ Aktien ist groß – doch das Risiko ist ebenso hoch. Der Wirecard-Skandal hat eindrucksvoll gezeigt, wie schnell selbst etablierte Unternehmen scheitern können. Wer stattdessen sein Kapital breit streut, senkt das Verlustrisiko deutlich und erhöht die Chancen auf einen stabilen Vermögensaufbau.

Diversifikation bedeutet nicht, dass man Verluste vollständig vermeiden kann. Aber sie schützt vor Totalausfällen und sorgt dafür, dass Rückschläge in einzelnen Bereichen durch Gewinne in anderen ausgeglichen werden. Wer langfristig denkt, kommt an einer breiten Streuung seiner Anlagen nicht vorbei.

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